Informatica bietet mit IICS (Intelligent Cloud Services) eine iPaaS-Lösung (Integration-Platform-as-a-Service) für die Integration und Bereitstellung von Daten- und Anwendungsdiensten an – lokal und in der Cloud. Vier unserer Experten haben sich näher mit dem Wechsel in die Cloud beschäftigt und geben Antworten auf aktuelle Fragen:

1. Wo läuft der Integration Service – in der Cloud oder lokal? Was ist eine Hybrid-Lösung?

Die eigentlichen Nutzdaten (Datenbankinhalte, Flatfiles) werden nicht in die Informatica Cloud gesendet. Sämtliche Nutzerdaten werden über den Secure Agent, der in den meisten Fällen lokal installiert ist, empfangen und bearbeitet.

Es findet lediglich ein Austausch von Metadaten (vergleichbar mit einem PowerCenter Repository) statt. Der Austausch der Metadaten erfolgt verschlüsselt.

Der Secure Agent ist für die Verarbeitung der eigentlichen Nutzerdaten verantwortlich, d.h. auf dem Secure Agent Host werden sämtliche Prozesse (Data Integration Service, Process Engine etc.) ausgeführt. Aus diesem Grund muss der Secure Agent mit einer entsprechenden Hardware ausgestattet sein. Hier kann man einen Vergleich mit einem PowerCenter Server ziehen.

Da der Secure Agent i.d.R. lokal installiert ist, werden bestimmte Daten wie z.B. FlatFiles immer noch lokal gespeichert. Man spricht hier auch von einer Hybrid Lösung, da nach wie vor Daten lokal gespeichert werden, die Logik aber immer in der Cloud gespeichert wird.

2. Ist es möglich, die Metadaten (Informatica Views) abzufragen?

Im Vergleich zu einem PowerCenter- oder Domainrepository kann nicht direkt auf die Repository Metadaten zugegriffen werden, d.h. eine Abfrage von Metadaten ist nur begrenzt über die IICS Rest API möglich.

Hier sei auch noch erwähnt, dass es keine Backupfunktionalität gibt, es muss ein Export der Assets (Mapping, Tasks, etc.) erfolgen.

3. Wie wirkt es sich auf die Performance aus, wenn das Repository in der Cloud und die Daten, bzw. der Secure Agent, lokal sind?

Informatica Cloud Services können auf unterschiedlichen Servern gehostet werden, d.h. die Netzwerklatenz zwischen Secure Agent und IICS Host spielt hier eine große Rolle. Hier sollte die Distanz zwischen Secure Agent und IICS Host möglichst gering sein.

Außerdem spielt auch die Netzwerklatenz zwischen Secure Agent und der Quelle eine Rolle bei der Performancebetrachtung.

4. Gibt es die Push Down Optimization Option?

Wie in PowerCenter kann PushDownOptimization (PDO) für bestimmte Arten von Mappings verwendet werden.

5. Werden alle PowerCenter Transformationen unterstützt? Werden die Reusable-Transformationen unterstützt?

Hierbei gilt es zu beachten, dass es nach wie vor Transformationen innerhalb von PowerCenter gibt, die nicht in IICS verwendet werden können.
Eine Gesamtliste lässt sich nicht im Informatica Netzwerk finden, aber so können z.B. Reusable Transformationen nicht verwendet werden: https://knowledge.informatica.com/s/article/630465?language=en_US&type=external

Neben der Option eines Exports und Imports durch das „PC to Cloud conversion“ Tool besteht auch die Möglichkeit, einen PowerCenter Task in IICS zu verwenden.

Dies hat aber den Nachteil, dass der Kunde sowohl eine Lizenz für IICS als auch PowerCenter benötigt, da keine Veränderungen an einem PowerCenter Task innerhalb IICS vorgenommen werden können.

6. Wird die Partitionierung von WF’s unterstützt?

Ja, ähnlich zu PowerCenter.

7. Werden die Parameter-Dateien benutzt?

Parameter-Dateien können wie in PowerCenter verwendet werden. Hier unterscheidet man wie in PowerCenter auch zwischen globalen und lokalen Parametern.

Übersicht Informatica Cloud Architektur

8. Gibt es PMCMD?

IICS verwendet keine Command Line Tools wie pmcmd etc. Hier gibt es lediglich die Anwendung RunAJobCli, welche dazu verwendet werden kann, Jobs auszuführen.

Außerdem können Abfragen über die REST API abgerufen werden.

9. Ist die Migration von Mappings/ Workflows von PowerCenter nach IICS automatisiert?

Aktuell gibt es noch keinen automatisierten Prozess, der es erlaubt, existierende PowerCenter Workflows 1 zu 1 nach IICS zu migrieren.

Zum jetzigen Zeitpunkt müssen die PowerCenter Workflows exportiert und in IICS importiert werden.

10. Welches Scheduling-Tool kann mit IICS genutzt werden? Gibt es die Möglichkeit zur Integration mit Control-M (Control-M WebService der IICS unterstütz)?

IICS bietet rudimentäre Funktionalitäten bzgl. Scheduling von Jobs.

Externe Applikationen können das Tool RunaJobCli oder die Rest API verwenden.
Ein Control-M Plugin gibt es aktuell nicht.

11. Welche und wieviel Ports müssen für die Kommunikation mit der Cloud geöffnet werden?

Welche Ports und wieviele Ports freigeschaltet werden müssen, hängt zum Einem von dem entsprechenden Server als auch zum anderen von den verwendeten Services ab.

Neben den Ports für die Cloud müssen natürlich auch die Ports für die entsprechenden Applikationen, z.B. Datenbankports, freigeschaltet werden.

Der Secure Agent muss eine direkte Verbindung zum Internet haben, da er immer mit der Cloud kommuniziert.

12. Werden die Daten verschlüsselt übertragen?

Die Daten zwischen Secure Agent und der Cloud sind verschlüsselt (TLS 1.2), ebenso die Verbindung zu externen Cloudanwendungsdiensten über HTTPS.

Auch Passwörter zu relationalen Applikationen wie Datenbanken werden verschlüsselt.

Bei einem lokal gehosteten Secure Agent können die Verbindungen z.B. nochmal zusätzlich mit höheren Sicherheitsmaßnahmen konfiguriert werden.

13. Was passiert bei Netzwerkunterbrüchen/Ausfällen? Gibt es Parameter, die Unterbrechungen «überbrücken»?

Der Secure Agent steht in ständigen Kontakt mit der Cloud und verhält sich hier identisch zum PowerCenter Client.

Es gibt sowohl auf Secure Agent- als auch auf Service-Ebene Parameter, die erhöht werden können, um kurzfristige Netzwerkabbrüche überbrücken zu können.

Author: Bojan Stankovic, Sven Benzing, Erich Schlotterer, Daniel Weber

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